Alex Wiefel
4. März 2026

E-Invoicing in Spanien: VeriFactu kommt 2027

VeriFactu Spanien

VeriFactu ist Spaniens neuer Mechanismus, um elektronische Rechnungen manipulationssicher zu machen und bei Bedarf direkt an die Steuerbehörde AEAT zu übermitteln. Entscheidend ist nicht ein neues Dateiformat, sondern ein konformes Rechnungs­system (SIF), das unveränderbare Datensätze erzeugt und verkettet. Pflicht wird das Ganze ab 2027, mit unterschiedlichen Stichtagen je nach Steuerpflicht.

Das Wichtigste im Überblick

  • VeriFactu definiert technische Regeln für sichere, nachvollziehbare E-Rechnungsprozesse und ist kein Rechnungsdateiformat wie Facturae.
  • Ein SIF ist jede Rechnungssoftware, die die VeriFactu-Anforderungen erfüllt (u. a. unveränderbare Datensätze, Verkettung, Storno-Logik).
  • Starttermine: 01.01.2027 für Körperschaftsteuerpflichtige, 01.07.2027 für Selbstständige und übrige Steuerpflichtige.
  • SII-Nutzer sind in der Regel ausgenommen; in SAP-Umgebungen ist SAP DRC ein typischer Umsetzungsweg.

Was ist VeriFactu in Spanien?

VeriFactu ist ein von der spanischen Regierung eingeführter Kontroll- und Übermittlungsmechanismus für die elektronische Rechnungsstellung. Es verpflichtet Unternehmen und Selbstständige, Rechnungen ausschließlich über technisch abgesicherte IT-Systeme zu erzeugen. Das soll Manipulationen ausschließen und eine lückenlose Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Rechtsgrundlagen sind das Gesetz 11/2021 sowie der Königlicher Erlass 1007/2023, welche die technischen und organisatorischen Anforderungen definieren.

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VeriFactu ist also kein Dateiformat wie Facturae, das in Spanien genutzte XML-basierte Format für E-Rechnungen. VeriFactu gibt vor, dass jede E-Rechnung in einem konformen System erstellt werden muss, das automatisch einen unveränderbaren Datensatz erzeugt. Diese Datensätze werden mittels Hash-Werten miteinander verkettet, sodass jede nachträgliche Änderung technisch sichtbar wäre. Zusätzlich sind elektronische Signaturen vorgesehen, und die Rechnung muss einen QR-Code enthalten, der ihre eindeutige Identifizierung ermöglicht. Eine VeriFactu-konforme E-Rechnung wird dann von einem SIF (Sistema Informático de Facturación) ausgestellt.

Was ist ein SIF?

Ein SIF ist das computergestützte System zur Rechnungsstellung, das die technischen Anforderungen der VeriFactu-Verordnung erfüllt. Es handelt sich nicht um eine bestimmte Software, sondern um eine gesetzlich definierte Systemkategorie: Jede Rechnungssoftware kann ein SIF sein, sofern sie Manipulationen technisch ausschließt und eine lückenlose Nachvollziehbarkeit gewährleistet.

Konkret bedeutet das, dass bei Erstellung einer Rechnung automatisch ein strukturierter, unveränderbarer Datensatz erzeugt wird. Änderungen oder Stornierungen führen nicht zur Löschung, sondern zur Erzeugung neuer, referenzierter Datensätze. So entsteht eine revisionssichere, chronologische Dokumentation aller Vorgänge.

Einführung von VeriFactu in Spanien auf 2027 verschoben

Mit dem Königlichen Gesetzesdekret 15/2025 wurde der ursprünglich geplante Zeitplan um ein Jahr verschoben.

  • Ab dem 1. Januar 2027 sind Körperschaftsteuerpflichtige verpflichtet, ein VeriFactu-konformes System einzusetzen.
  • Ab dem 1. Juli 2027 gilt die Verpflichtung auch für Selbstständige und übrige Steuerpflichtige.

Die Verlängerung soll Unternehmen und Softwareanbietern mehr Zeit für die technische Umsetzung geben. Hintergrund sind die Komplexität der regulatorischen Anforderungen und die späte Veröffentlichung ergänzender technischer Detailvorgaben.

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Wer ist betroffen?

Die VeriFactu-Verordnung gilt in Spanien ab Mitte 2027 grundsätzlich für alle Unternehmen und Selbstständige im spanischen Hoheitsgebiet, die Rechnungen mit IT-Systemen erstellen. Dazu zählen körperschaftsteuerpflichtige und einkommensteuerpflichtige Unternehmer mit wirtschaftlicher Tätigkeit, nicht ansässige Steuerpflichtige mit Betriebsstätte sowie Personengesellschaften mit operativer Tätigkeit.

Ausgenommen sind lediglich Steuerpflichtige, die bereits das System der Sofortigen Informationslieferung (SII) für die Mehrwertsteuer nutzen. Deren bestehende Infrastruktur wird als ausreichend konform eingestuft.

Was ist das SII?

SII („Suministro Inmediato de Información“) ist in Spanien ein Verfahren, bei dem bestimmte Unternehmen ihre Umsatzsteuerdaten nicht erst gesammelt später melden. Stattdessen übermitteln sie die relevanten Informationen aus ihren Rechnungen laufend und zeitnah elektronisch an die spanische Steuerbehörde Agencia Estatal de la Administración Tributaria (AEAT).

Praktisch heißt das: Die Mehrwertsteuer-Registerführung wird zu einem großen Teil online geführt, weil die Behörde die Kerndaten aus ausgestellten und empfangenen Rechnungen fortlaufend bekommt. Das betrifft vor allem größere Unternehmen und ist in diesem Kontext wichtig, weil SII-pflichtige in der Regel nicht zusätzlich unter die VeriFactu-Vorgaben für die eigenen Rechnungen fallen.

Umsetzung von VeriFactu in SAP

Für Unternehmen mit SAP-Systemlandschaft ist SAP Document and Reporting Compliance (DRC) eine gut geeignete Software zur Umsetzung von VeriFactu. DRC ermöglicht es, gesetzliche E-Invoicing- und Meldepflichten direkt aus SAP ERP oder SAP S/4HANA heraus abzubilden – inklusive länderspezifischer Anforderungen.

Im Kontext von VeriFactu übernimmt SAP DRC die strukturierte Aufbereitung der Rechnungsdaten gemäß den spanischen Vorgaben und unterstützt deren automatisierte Übermittlung an die AEAT. Technisch basiert dies auf dem eDocument-Framework sowie Integrationsmechanismen über die SAP Business Technology Platform. Ergänzt wird die Lösung durch länderspezifische Inhalte und SAP-Hinweise, die die konkreten Anforderungen von VeriFactu – etwa Formatvorgaben und Übermittlungslogik – abbilden.

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Fazit: E-Invoicing in Spanien mit VeriFactu

VeriFactu zielt darauf ab, die Rechnungsstellung in Spanien technisch so abzusichern, dass Manipulationen nicht mehr möglich sind. Dafür müssen Unternehmen ihre Rechnungen über ein konformes SIF erzeugen, das jede Aktion revisionssicher dokumentiert. VeriFactu selbst ist dabei der definierte Kontroll- und Übermittlungsmechanismus: Er sorgt für unveränderbare, verkettete Datensätze und kann eine standardisierte Übermittlung an die AEAT unterstützen. Das schafft Klarheit für Prüfungen, erhöht aber den Implementierungsdruck auf Prozesse, Systeme und Schnittstellen. Durch die Verschiebung auf 2027 bleibt mehr Zeit, um Software und Abläufe sauber anzupassen. Für SAP-Landschaften bietet sich mit SAP DRC eine Lösung an, um die Anforderungen strukturiert und integrierbar umzusetzen.

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Haben Sie weitere Fragen zu spanischen Vorgaben im E-Invoicing oder der konkreten Umsetzung? Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit unseren Experten und wir beraten Sie unverbindlich und kostenfrei.

FAQ

Ist VeriFactu ein E-Rechnungsformat wie Facturae?

Nein. VeriFactu ist ein Regelwerk bzw. Mechanismus dafür, wie Rechnungen in einem konformen System erstellt, gesichert und ggf. übermittelt werden.

Was ist ein SIF und brauche ich dafür eine spezielle Software?

Ein SIF ist keine konkrete Software, sondern eine Systemkategorie: Ihre Rechnungssoftware gilt als SIF, wenn sie die VeriFactu-Anforderungen technisch erfüllt.

Ab wann gilt in Spanien die Pflicht zur Nutzung eines VeriFactu-konformen Systems?

Ab 01.01.2027 für Körperschaftsteuerpflichtige und ab 01.07.2027 für Selbstständige und übrige Steuerpflichtige.

Sind Unternehmen mit SII ebenfalls betroffen?

In der Regel nicht: Wer SII nutzt, ist typischerweise von den VeriFactu-Vorgaben für die eigenen Rechnungen ausgenommen.

Alex Wiefel

Alex Wiefel

Als Management & Technologieberater im Bereich Formulare, Archivierung und E-Rechnung verbinde ich tiefgehende fachliche Expertise mit langjährigem Projektleitungs-Know-How. Diese Kombination liefert mir die Grundlage, meine Kunden-Projekte zum Erfolg zu führen. Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre Formularlandschaft auf den neusten Stand zu bringen, Daten konform zu archivieren sowie Rechnungen zu digitalisieren.

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