Recap: E-Rechnungs-Gipfel 2026 in Berlin
Vom 22. bis 24. Juni 2026 fand in Berlin der E-Rechnungs-Gipfel statt. Gemeinsam mit unserem Projektleiter im Bereich E-Rechnung, Patrick Steffens, war ich für mindsquare vor Ort und konnte mich mit Unternehmen, Experten, Lösungsanbietern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung zu aktuellen Entwicklungen rund um die E-Rechnung austauschen. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage, die viele Unternehmen aktuell umtreibt: Wie lässt sich die E-Rechnung nicht nur gesetzeskonform einführen, sondern auch langfristig effizient und skalierbar in bestehende Prozesse integrieren?
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Der Gipfel in einem Satz: viel Dynamik, viele offene Fragen, hoher Handlungsdruck
Der E-Rechnungs-Gipfel hat erneut gezeigt, wie viel Bewegung aktuell im Markt ist. Die Diskussionen gingen deutlich über die Frage hinaus, ob Unternehmen E-Rechnungen empfangen oder versenden können. Vielmehr ging es darum, wie die E-Rechnung künftig in eine umfassendere digitale Steuer- und Reporting-Landschaft eingebettet wird.
Ein zentrales Thema war die Weiterentwicklung bestehender Standards. Unter anderem wurde XRechnung 4.0 angekündigt und auch ZUGFeRD 3.0 wird voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen. Gleichzeitig wird die europäische Norm EN 16931 weiterentwickelt. Für Unternehmen bedeutet das: E-Rechnungsprojekte sind nicht mit einer einmaligen technischen Umsetzung abgeschlossen. Lösungen müssen so aufgestellt sein, dass sie neue Formate, Normversionen und Prüfanforderungen flexibel abbilden können.
Besonders relevant ist außerdem die Übergangsphase bis 2029. Neue Anforderungen rund um die EN 16931 werden nicht sofort vollständig verpflichtend, sondern schrittweise relevant. Dennoch sind viele Details noch offen, etwa zur konkreten Ausgestaltung der Übergangsfristen und zur Frage, welche Normversionen in welchem Zeitraum gültig bleiben. Genau diese Unsicherheit macht es für Unternehmen umso wichtiger, auf belastbare Prozesse und anpassungsfähige Systeme zu setzen.
ViDA, Peppol & Co.: Die E-Rechnung ist erst der Anfang
Ein weiterer Schwerpunkt war ViDA 2030. Mit ViDA rücken kürzere Rechnungsstellungsfristen, höhere Meldeanforderungen und deutlich mehr Echtzeit-Reporting in den Fokus. Statt periodischer Meldungen werden Unternehmen künftig stärker darauf vorbereitet sein müssen, steuerrelevante Daten zeitnah und vollständig bereitzustellen.
Auch beim Rechnungsaustausch zeichnet sich eine klare Entwicklung ab. Während heute in der Praxis noch viele Prozesse auf E-Mail basieren, wurde der klassische Versand per E-Mail auf dem Gipfel eher als Auslaufmodell diskutiert. Zukünftig gewinnen zentrale Meldesysteme, Netzwerke wie Peppol und Zielarchitekturen wie das Four-Corner-Modell weiter an Bedeutung. Für Unternehmen heißt das nicht, dass bestehende E-Mail-Prozesse von heute auf morgen verschwinden. Aber sie sollten den Übergang strategisch planen, Schritt für Schritt und mit Blick auf die kommenden Anforderungen.
Validierung wird Pflichtprogramm
Ein weiteres Thema, das auf dem Gipfel besonders präsent war, ist die Validierung von E-Rechnungen. Denn künftig reicht es nicht mehr aus, Rechnungen nur technisch zu erzeugen, sie müssen auch inhaltlich und strukturell korrekt sein.
Besonders bei ZUGFeRD gilt: PDF und XML müssen übereinstimmen. Abweichungen können zur Ablehnung einer Rechnung führen. Gleichzeitig bauen Behörden ihre eigenen Validierungsfähigkeiten weiter aus, wodurch nicht valide Rechnungen mit möglichen Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug künftig stärker beanstandet werden könnten. Eingehende und ausgehende Rechnungen sollten daher bereits heute sauber geprüft werden, statt erst bei einer Beanstandung nachzubessern.
Live aus der Praxis: SAP-integrierte E-Rechnung mit Vivawest
Ein besonderes Highlight für mich war, einen Vortrag auf dem Gipfel halten zu können: „E-Rechnung vollintegriert in SAP: Die schlanke Alternative zu komplexen Lösungen“. Vor rund 60 Teilnehmern durfte ich aufzeigen, wie Unternehmen XRechnung und ZUGFeRD mit unserer mindsquare-Lösung direkt in bestehende SAP-Prozesse integrieren, ohne Middleware, zusätzliche Oberfläche oder unnötige Prozessbrüche. Im Fokus stand auch unser Praxisbeispiel mit der Vivawest. Das Projekt wurde erfolgreich vor der Deadline umgesetzt, die Lösung ist bereits produktiv im Einsatz und Vivawest kann E-Rechnungen nun regulär aus SAP erzeugen.
Besonders wertvoll war das eingebundene Video von Bastian Pohl, IT-Projektmanager von Vivawest. Darin berichtete er, wie der Projektablauf und die Zusammenarbeit mit mindsquare waren, wie die Lösung integriert wurde und welche Mehrwerte heute daraus entstehen. Genau dieser Praxisbezug sorgte auch im Anschluss für viele gute Gespräche am Stand, vor allem zu fehlenden Systemintegrationen, hohen Rechnungsvolumen und der Frage, wie sich deutsche E-Rechnungsanforderungen schlank und zuverlässig in SAP abbilden lassen.


Unser Fazit: E-Rechnung wird zur Grundlage für alles, was danach kommt
Der E-Rechnungs-Gipfel 2026 verdeutlicht, dass die E-Rechnung längst nicht mehr nur als gesetzliche Pflicht betrachtet werden sollte. Mit kommenden Entwicklungen rund um ViDA 2030, Peppol, zentrale Meldesysteme und strengere Validierungsanforderungen wird sie zur Grundlage für eine stärker digitalisierte Steuer- und Rechnungsprozesslandschaft.
Besonders deutlich wurde: Unternehmen brauchen Lösungen, die aktuelle Anforderungen zuverlässig erfüllen und gleichzeitig flexibel genug sind, um kommende Standards und Meldepflichten abzubilden. Unser Praxisbeispiel mit VIVAWEST zeigt, dass sich E-Rechnungsprozesse in SAP auch schlank, integriert und ohne unnötige Systembrüche erfolgreich umsetzen lassen. Neben den fachlichen Impulsen nehmen wir vor allem den wertvollen Austausch mit Unternehmen, Experten und Branchenvertretern mit: Viele Herausforderungen sind ähnlich, aber die besten Lösungswege entstehen im direkten Dialog.
FAQ
Was waren die wichtigsten Themen auf dem E-Rechnungs-Gipfel 2026?
Im Fokus standen die Weiterentwicklung von Standards wie XRechnung, ZUGFeRD und EN 16931, kommende Anforderungen durch ViDA 2030, die zunehmende Bedeutung von Peppol und zentralen Meldesystemen sowie die Frage, wie Unternehmen E-Rechnungsprozesse skalierbar und valide umsetzen können.
Welche Rolle spielt ViDA 2030 für Unternehmen?
ViDA 2030 steht für eine umfassendere Digitalisierung im Umsatzsteuerbereich. Unternehmen müssen sich auf kürzere Rechnungsstellungsfristen, höhere Meldeanforderungen und mehr Echtzeit-Reporting einstellen. Dadurch werden saubere Daten, integrierte Prozesse und skalierbare Systeme noch wichtiger.
Ist der Rechnungsversand per E-Mail künftig noch ausreichend?
Kurzfristig werden viele Unternehmen weiterhin mit E-Mail-Prozessen arbeiten. Langfristig verlieren diese jedoch an Bedeutung. Netzwerke wie Peppol, zentrale Meldesysteme und Zielarchitekturen wie das Four-Corner-Modell werden für den Rechnungsaustausch voraussichtlich wichtiger.
Für welche Unternehmen ist eine SAP-integrierte E-Rechnungslösung besonders relevant?
Eine SAP-integrierte Lösung ist besonders interessant für Unternehmen, die ihre Rechnungsprozesse bereits stark in SAP abbilden, hohe Rechnungsvolumen verarbeiten oder eine schlanke Alternative zu komplexen Zusatzlösungen suchen. Sie eignet sich insbesondere dann, wenn E-Rechnungen direkt aus bestehenden SAP-Prozessen heraus erzeugt, verarbeitet und versendet werden sollen.
