3 Tipps um komfortabel mit Adobe Forms zu arbeiten
Die Arbeit mit Adobe Forms ist oft umständlich. Die Drittanbieter-Software ist zwar vollständig in SAP integriert, die Abläufe sind trotzdem nicht immer ideal. Egal ob langjähriger Entwickler oder frischer Einsteiger, effizient mit den Entwicklerwerkzeugen umgehen zu können, erleichtert den Job ungemein. Daher teile ich einige Tipps mit Ihnen, die mir die Arbeit mit Adobe Forms vereinfachen und auch Sie unterstützen können.
Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
- ADS-Debugging lässt sich über den User-Parameter FPTRACELEVEL dauerhaft aktivieren und erleichtert die Fehlersuche erheblich.
- Checkpoint-Gruppen bieten eine saubere Alternative zu klassischen BREAK-POINT-Anweisungen im Adobe-Forms-Debugging.
- Adobe-Formularlayouts können als XDP-Dateien exportiert und komfortabel außerhalb der SAP-Transaktion SFP bearbeitet werden.
Tipp 1: ADS Debugging standardmäßig aktivieren
Mir passiert es häufiger, dass ich ein Formular ausgebe, einen Fehler identifiziere und dann zurück in die SFP gehen muss, um das Trace-Level in den Adobe Document Services (ADS) zu aktivieren und das Formular anschließend erneut auszugeben. Ein effizienter Workflow mit Adobe Forms sieht für mich allerdings anders aus. Er bedeutet für mich, dass ich als Entwickler sofort Zugriff auf die nötigen Debugging-Daten habe.
Glücklicherweise ist das möglich. Das ADS Tracelevel gibt an, wie detailliert die Generierung der Adobe Forms vom ADS geloggt wird. Auf Tracelevel 04 ist der Informationsgehalt maximal, genau richtig für Entwickler. Das Tracelevel ist als User Parameter FPTRACELEVEL hinterlegt. Dieses Tracelevel lässt sich per Transaktion SU01 standardmäßig auf 04 setzen. Zusätzlich helfen heute auch die SAP-Testprogramme FP_TEST_00 und FP_CHECK_DESTINATION_SERVICE sowie die Loganalyse über SLG1 bei der Fehlersuche rund um Adobe Document Services.
Wie das geht, zeigt Ihnen dieses kurze Video:
Tipp 2: Checkpoint-Gruppen nutzen
Ebenfalls wichtig für eine effiziente Arbeit mit Adobe Forms: Sie müssen das ABAP Coding jederzeit schnell debuggen können. Eine Hürde ist hierbei die Code-Initialisierung in der Schnittstelle. Ein Breakpoint lässt sich nicht wie gewohnt per Mausklick setzen, weil SAP den Initialisierungscode in generierte ABAP-Objekte einbettet, wodurch klassische Breakpoints oft unpraktisch sind.
Um hier schnell in den Debugger zu gelangen, schreiben Entwickler häufig die Anweisung “BREAK myusername” in den Code. Die Folge: Jeder Entwickler fügt seine eigene Zeile irgendwo hinzu, was das Coding unnötig aufbläht. Wenn ein neuer Entwickler seinen eigenen Breakpoint haben will, muss außerdem die Schnittstelle transportiert werden.
Schöner und reibungsloser funktioniert der Wechsel in den Debugger mithilfe von Checkpoint-Gruppen. Sie lassen sich über mehrere User hinweg nutzen und müssen nur einmalig in die Schnittstelle eingebaut und transportiert werden. Danach kann jeder User individuell diesen Breakpoint für sich aktivieren oder deaktivieren, je nach Use Case. Alternativ lassen sich in neueren ABAP-Versionen auch externe oder bedingte Breakpoints sowie SAT- oder ST12-Analysen für die Fehlersuche nutzen.
Der Einstieg in die Checkpoint-Gruppen erfolgt über die Transaktion SAAB:
Reibungslos mit Adobe Forms arbeiten: Einstieg in Checkpoint-Gruppen über die Transaktion SAAB
Wie genau Checkpoint-Gruppen funktionieren, erfahren Sie in unserem Tutorial „Checkpointgruppen für Breakpoints und Werteprotokollierung“.
Tipp 3: Layout außerhalb von SAP bearbeiten
Jeder, der mit Adobe Forms gearbeitet hat, hat sicherlich schon einmal mit der Transaktion SFP gekämpft. Typische Probleme sind verlorene Änderungen durch unbeabsichtigte Wechsel in den Anzeigemodus, lange Ladezeiten und die eingeschränkte Benutzeroberfläche der Transaktion SFP.
Auch hier gibt es eine bessere Möglichkeit, Layouts zu editieren. Adobe-Formularlayouts können als XDP-Dateien exportiert und extern bearbeitet werden. Diese XDP-Dateien können Sie herunterladen, den Adobe Forms Designer (früher LiveCycle Designer) unter Windows starten und dort bearbeiten. Das Speichern passiert dort sofort und Sie haben keine Wartezeiten beim Öffnen. Einziger Nachteil: Datenbindungen können nicht vorgeschlagen werden, da das Datenschema sonst von SAP bereitgestellt wird.
Wie genau das funktioniert, sehen Sie im folgenden Video:
Wenn Sie das Editieren abgeschlossen haben, können Sie das Layout über das Kontextmenü in Transaktion SFP wieder hochladen und dann die Datenbindungen setzen, falls nötig.
Besuchen Sie unseren Adobe Forms Einführungsworkshop und erhalten Sie einen Überblick, was Sie für die erfolgreiche Einführung benötigen.
Gerade in S/4HANA- und hybriden Cloud-Landschaften bleibt Adobe Forms weiterhin weit verbreitet, auch wenn SAP inzwischen zusätzliche Formular- und Output-Management-Lösungen anbietet.
Was sind Ihre Tipps, um effizient und bequem mit Adobe Forms zu arbeiten?
Sicherlich haben Sie schon eigene Tricks und Kniffe entwickelt, um sich den Alltag leichter zu machen. Ich freue mich, Ihre Tipps und Tricks in den Kommentaren zu lesen.
Dieser Beitrag wurde bereits im September 2018 veröffentlicht und am 03. Juni 2026 mit leichten Anpassungen aktualisiert.
FAQ
1) Wie aktiviere ich ADS-Debugging in Adobe Forms?
Über den User-Parameter FPTRACELEVEL in der Transaktion SU01. Mit dem Wert 04 erhalten Entwickler besonders detaillierte Debugging-Informationen.
2) Was bringen Checkpoint-Gruppen in Adobe Forms?
Checkpoint-Gruppen ermöglichen flexibles Debugging ohne zusätzliche BREAK-POINT-Anweisungen im Code. Entwickler können Breakpoints individuell über die Transaktion SAAB aktivieren.
3) Kann ich Adobe Forms außerhalb von SAP bearbeiten?
Ja. Formular-Layouts können als XDP-Dateien exportiert und im Adobe Forms Designer extern bearbeitet werden. Das ist oft schneller und komfortabler als die Bearbeitung direkt in der Transaktion SFP.



