Die E-Rechnung ist kein reines IT-Projekt. Sie betrifft Prozesse, Daten, Steuern, Compliance und den täglichen Umgang mit Eingangs- und Ausgangsrechnungen. Damit Einführung und Betrieb der E-Rechnung reibungslos gelingen, müssen die Verantwortlichkeiten von IT, Buchhaltung und Steuerabteilung klar geregelt werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Verantwortung verteilt sich auf IT, Buchhaltung und Steuerabteilung. Jede Abteilung übernimmt andere Aufgaben.
  • Die IT verantwortet die technische Basis wie Systeme, Schnittstellen, Formatprüfung, Sicherheit, Rollenrechte und Archivierungstechnik.
  • Die Buchhaltung steuert den operativen Rechnungsprozess: Sie prüft, kontiert, klärt Differenzen, organisiert Freigaben und sorgt für die korrekte Buchung.
  • Die Steuerabteilung sichert Compliance und Rechtssicherheit, indem sie steuerliche Anforderungen definiert, Sonderfälle prüft und sicherstellt, dass Archivierung und Prozessdokumentation prüfungssicher sind.

Organisatorische Fehler werden zu Fallstricken

Viele Unternehmen unterschätzen die organisatorische Seite der E-Rechnung. Häufig wird zunächst gefragt, welches Format benötigt wird, welche Software eingesetzt werden soll oder ob das ERP-System bereits vorbereitet ist. Diese Fragen sind wichtig, reichen aber nicht aus. Eine Studie zur E-Rechnung, die von easybill durchgeführt wurde, zeigt, dass 37 % der befragten Unternehmen die Vorgaben nicht vollständig kennen.

Entscheidend ist, dass im Unternehmen eindeutig geregelt ist,

  • wer E-Rechnungen empfängt,
  • wer technische Fehler prüft,
  • wer steuerliche Anforderungen bewertet,
  • wer Freigaben erteilt,
  • wer Archivierung und Nachvollziehbarkeit sicherstellt,
  • wer bei Rückfragen von Lieferanten oder Kunden reagiert.

Ohne klare Zuständigkeiten entstehen Medienbrüche, doppelte Arbeit und Risiken bei der Prüfung. Eine E-Rechnung kann technisch korrekt eingehen, aber fachlich falsch kontiert sein. Sie kann steuerlich problematisch sein, obwohl sie vom System akzeptiert wurde. Oder sie bleibt im Freigabeprozess liegen, weil niemand weiß, wer zuständig ist.

Die E-Rechnungs-Verantwortung sollte deshalb nicht nebenbei geregelt werden. Sie braucht klare Rollen, feste Prozesse und transparente Workflows.

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E-Rechnung ist Teamarbeit: IT, Buchhaltung und Steuerabteilung im Zusammenspiel

Die E-Rechnung verbindet drei Perspektiven:

  • Technik: Kann das Unternehmen E-Rechnungen empfangen, verarbeiten, prüfen und archivieren?
  • Buchhaltung: Werden Rechnungen korrekt erfasst, geprüft, freigegeben und gebucht?
  • Steuerrecht: Erfüllen die Rechnungen alle gesetzlichen und steuerlichen Anforderungen?

Keine Abteilung kann diese Aufgaben allein vollständig übernehmen. Die IT kennt Systeme und Schnittstellen, aber nicht jede steuerliche Detailanforderung. Die Buchhaltung kennt den Prozess, aber nicht jede technische Konfiguration. Die Steuerabteilung kennt die rechtlichen Anforderungen, ist aber nicht für den täglichen Rechnungslauf zuständig.

Darum braucht es eine klare Rollenverteilung und eine Zusammenarbeit zwischen allen Disziplinen.

Die Rolle der IT: Systeme, Schnittstellen und technische Sicherheit

Die IT trägt bei der E-Rechnung Verantwortung für die technische Grundlage. Sie stellt sicher, dass E-Rechnungen empfangen, verarbeitet, übertragen und revisionssicher archiviert werden können.

Zu den typischen Aufgaben der IT gehören:

  • Auswahl und Bereitstellung geeigneter Systeme,
  • Einrichtung von Schnittstellen zum ERP-, DMS- oder Buchhaltungssystem,
  • technische Validierung von Formaten wie XRechnung oder ZUGFeRD,
  • Schutz vor Schadsoftware und Manipulation,
  • Rechte- und Rollenkonzepte,
  • Sicherstellung von Verfügbarkeit und Datensicherheit,
  • technische Dokumentation der Prozesse.

Die IT ist außerdem häufig erste Anlaufstelle, wenn Rechnungen nicht eingelesen werden können oder ein Format nicht korrekt verarbeitet wird. Dabei sollte aber klar sein: Die IT entscheidet nicht, ob eine Rechnung fachlich oder steuerlich korrekt ist. Hierzu braucht es Rechtsexpertise.

SAP Document and Reporting Compliance, kurz SAP DRC, kann Unternehmen dabei unterstützen, gesetzliche Anforderungen an elektronische Rechnungen und Meldungen technisch abzubilden, Formate zu verarbeiten und Compliance-Prozesse systemseitig zu unterstützen. Die IT ist verantwortlich für das Einrichten diese Anwendung, die Schnittstellenkonfiguration, das Berechtigungsmanagement und den stabilen Betrieb.

Die Rolle der Buchhaltung: Operativer Prozess und fachliche Prüfung

Die Buchhaltung ist das operative Zentrum der E-Rechnung. Sie arbeitet täglich mit Eingangs- und Ausgangsrechnungen und sorgt dafür, dass Rechnungen sachlich korrekt verarbeitet werden.
Zu den Aufgaben der Buchhaltung gehören:

  • Prüfung eingehender Rechnungen,
  • Abgleich mit Bestellung, Leistung oder Vertrag,
  • Kontierung und Buchung,
  • Klärung von Differenzen,
  • Weiterleitung zur Freigabe,
  • Kommunikation mit Lieferanten bei fachlichen Fehlern,
  • Sicherstellung fristgerechter Zahlung,
  • Vorbereitung für Monatsabschluss, Jahresabschluss und Prüfung.

Die Buchhaltung trägt damit Verantwortung für den ordnungsgemäßen Ablauf im Rechnungswesen. Sie prüft, ob eine Rechnung sachlich nachvollziehbar ist und in den internen Prozess passt.
Gerade bei E-Rechnungen verändert sich die Arbeit der Buchhaltung. Statt Daten manuell aus PDF-Dateien oder Papierrechnungen zu übernehmen, rücken Prozesskontrolle, Ausnahmebehandlung und Datenqualität stärker in den Mittelpunkt. Die Buchhaltung muss erkennen, wann automatische Verarbeitung funktioniert und wann manuelle Prüfung erforderlich ist.

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Die Rolle der Steuerabteilung: Rechtssicherheit und Compliance

Die Steuerabteilung verantwortet die steuerliche Bewertung des E-Rechnungsprozesses. Sie legt fest, welche Anforderungen aus Umsatzsteuerrecht, GoBD und internen Richtlinien zu beachten sind.

Zu den Aufgaben der Steuerabteilung gehören:

  • Bewertung gesetzlicher Anforderungen,
  • Prüfung steuerlich relevanter Pflichtangaben,
  • Vorgaben zur Archivierung und Nachvollziehbarkeit,
  • Abstimmung mit Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer,
  • Definition von Kontrollpunkten,
  • Bewertung von Sonderfällen,
  • Unterstützung bei Betriebsprüfungen.

Die Steuerabteilung sollte frühzeitig eingebunden werden. Wenn technische und operative Prozesse bereits umgesetzt sind, ist eine spätere steuerliche Korrektur oft aufwendig.
Besonders wichtig ist die Frage, wie das Unternehmen sicherstellt, dass Rechnungen unverändert, vollständig, lesbar und nachvollziehbar aufbewahrt werden. Auch die Dokumentation des Prozesses spielt eine zentrale Rolle.

Wenn ein Unternehmen Anwendungen wie SAP DRC nutzt, ist es Aufgabe der Steuerabteilung zu definieren, welche Anforderungen technisch abgebildet werden müssen.

Wer ist verantwortlich, wenn etwas schiefgeht?

Bei der E-Rechnung gibt es nicht den einen Verantwortlichen für alles. Entscheidend ist, an welcher Stelle der Fehler entsteht.

Verantwortung E-Rechnung

Abb. 1: Diese Übersicht zeigt: Verantwortung muss pro Prozessschritt geregelt werden. Sonst entstehen Lücken zwischen den Abteilungen.

Typische Fehler bei der Einführung der E-Rechnung

Viele Unternehmen starten mit der technischen Umsetzung und klären organisatorische Fragen zu spät. Dadurch entstehen Probleme, die vermeidbar wären.

  • Die IT wählt ein System aus, ohne Buchhaltung und Steuerabteilung ausreichend einzubinden.
  • Die Buchhaltung übernimmt neue Prozesse, ohne klare Entscheidungskompetenz zu haben.
  • Die Steuerabteilung prüft erst nach der Einführung, ob alle Anforderungen erfüllt sind.
  • Es gibt keine eindeutigen Regeln für Ausnahmen und Fehlermeldungen.
  • Freigabeprozesse bleiben informell und laufen weiter per E-Mail.
  • Zuständigkeiten sind nicht dokumentiert.
  • Lieferanten erhalten keine klaren Vorgaben für E-Rechnungen.

Diese Fehler führen nicht nur zu Mehraufwand. Sie können auch Zahlungsfristen, Skonti, steuerliche Nachweise und Prüfungsfähigkeit gefährden. Abhilfe schafft ein strukturierter Einführungsprozess, der alle beteiligten Abteilungen einbezieht.

RACI-Matrix: Rollen bei der E-Rechnung klar festlegen

Für die interne Organisation im laufenden Betrieb eignet sich eine RACI-Matrix. Sie zeigt, wer verantwortlich ist, wer entscheidet, wer unterstützt und wer informiert werden muss.

Diese Matrix sollte an die eigene Organisation angepasst werden. Wichtig ist, dass jede Aufgabe genau einen Hauptverantwortlichen hat. Wenn mehrere Bereiche gleichzeitig verantwortlich sind, fühlt sich am Ende oft niemand zuständig.

Verantwortung E-Rechnung

Abb. 2: Rollenverteilung bei der E-Rechnung

Verantwortung mit klaren Workflows organisieren

Rollen zu definieren, stellt nicht sicher, dass Verantwortung im Arbeitsalltag auch konsequent übernommen wird. Hierbei unterstützen digitale Workflows, die Aufgaben automatisch an die richtige Stelle leiten.

Ein sinnvoller E-Rechnungsprozess kann zum Beispiel so aussehen:

  • Die E-Rechnung geht zentral ein.
  • Das System prüft Format und technische Lesbarkeit.
  • Die Rechnung wird automatisch dem richtigen Vorgang zugeordnet.
  • Die Buchhaltung prüft die fachlichen Daten.
  • Bei steuerlichen Auffälligkeiten wird die Steuerabteilung eingebunden.
  • Die zuständige Fachabteilung gibt die Rechnung frei.
  • Die Buchhaltung bucht die Rechnung.
  • Die Rechnung wird nachvollziehbar archiviert.

Eine digitale Lösung mit Formularen und Workflows kann diese Schritte standardisieren und dabei helfen, Zuständigkeiten, Prüfungen und Freigaben strukturiert abzubilden.

Warum Formulare bei der E-Rechnung helfen

E-Rechnungen liefern strukturierte Daten. Trotzdem müssen weiter viele fachliche Entscheidungen getroffen werden. Hier helfen digitale Formulare.
Sie können genutzt werden, um:

  • fehlende Angaben abzufragen,
  • Freigaben einzuholen,
  • steuerliche Prüfungen anzustoßen,
  • Rückfragen an Fachbereiche zu dokumentieren,
  • Ausnahmefälle nachvollziehbar zu bearbeiten,
  • Verantwortlichkeiten pro Schritt festzuhalten.

Die Standardisierung sorgt dafür, dass alle Beteiligten mit denselben Informationen arbeiten. Pflichtfelder verhindern unvollständige Rückmeldungen und der Status der Bearbeitung ist jederzeit nachvollziehbar.

Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten

Unternehmen sollten die E-Rechnung nicht nur als gesetzliche Pflicht sehen. Sie ist eine Gelegenheit, Rechnungsprozesse zu modernisieren und interne Abläufe zu verbessern.
Diese Schritte sind sinnvoll:

  • Ist-Prozess aufnehmen: Wie kommen Rechnungen heute ins Unternehmen? Wer prüft, wer gibt frei, wer bucht?
  • Zuständigkeiten klären: Welche Aufgaben liegen bei IT, Buchhaltung, Steuerabteilung und Fachabteilungen?
  • Formate und Systeme prüfen: Können XRechnung und ZUGFeRD verarbeitet werden?
  • Workflow definieren: Was passiert bei Standardfällen, Fehlern und Sonderfällen?
  • Kontrollpunkte festlegen: Welche Prüfungen sind technisch, fachlich und steuerlich erforderlich?
  • Dokumentation erstellen: Der Prozess muss nachvollziehbar und prüfbar sein.
  • Lieferanten informieren: Vorgaben für Empfangswege, Formate und Pflichtangaben sollten klar kommuniziert werden.
  • Prozess digital abbilden: Formulare und Workflows vermeiden manuelle Umwege.

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E-Rechnung – Verantwortung braucht klare Rollen und digitale Prozesse

Die Frage nach der E-Rechnung und Verantwortung im Prozess lässt sich nicht mit einer einzelnen Abteilung beantworten. Die IT sorgt für die technische Basis. Die Buchhaltung steuert den operativen Rechnungsprozess. Die Steuerabteilung stellt Rechtssicherheit und Compliance sicher.

Erfolgreich wird die E-Rechnung erst, wenn die unterschiedlichen Rollen nahtlos zusammenspielen. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, dokumentierte Prozesse und digitale Workflows.
Eine Lösung wie SAP DRC unterstützt Unternehmen, gesetzliche Anforderungen technisch umzusetzen, elektronische Rechnungen in vorgegebenen Formaten zu verarbeiten und Compliance-Prozesse systemseitig abzubilden.

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FAQ: E-Rechnung Verantwortung

1) Wer ist im Unternehmen für die E-Rechnung verantwortlich?

Die Verantwortung verteilt sich auf mehrere Bereiche. Die IT verantwortet Systeme und Schnittstellen, die Buchhaltung den operativen Prozess und die Steuerabteilung die steuerliche Compliance. Entscheidend ist eine klare Regelung pro Prozessschritt.

2) Ist die E-Rechnung ein IT-Thema?

Nein. Die IT spielt eine wichtige Rolle, aber die E-Rechnung betrifft auch Buchhaltung, Steuerrecht, Freigaben und Archivierung. Sie ist ein organisationsweiter Prozess.

3) Welche Rolle hat die Buchhaltung bei der E-Rechnung?

Die Buchhaltung prüft, kontiert, bucht und steuert den Rechnungsprozess. Sie klärt fachliche Fehler und sorgt dafür, dass Rechnungen korrekt verarbeitet werden.

4) Welche Rolle hat die Steuerabteilung bei der E-Rechnung?

Die Steuerabteilung legt steuerliche Anforderungen fest, bewertet Sonderfälle und achtet auf Compliance. Sie sollte auch in die Prozessdokumentation und Archivierungsvorgaben eingebunden werden.

5) Warum sind digitale Workflows bei der E-Rechnung wichtig?

Digitale Workflows stellen sicher, dass Rechnungen automatisch an die richtige Stelle gehen. Sie machen Zuständigkeiten sichtbar, beschleunigen Freigaben und verbessern die Nachvollziehbarkeit.