Seit dem 17. August 2026 sind die neuen Regeln des Peppol Release 2026 verbindlich anzuwenden. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre E-Rechnungs- oder ERP-Lösung die aktuellen Vorgaben unterstützt, sonst könnten Dokumente in Zukunft vom Peppol-Netzwerk abgewiesen werden. 

Das Wichtigste im Überblick 

  • Stichtag: Peppol BIS Billing 3.0.21 wurde am 20. Mai 2026 veröffentlicht und ist seit dem 17. August 2026 verpflichtend. 
  • Validierung: Aktualisierte Schematron-Regeln und EN-16931-Validierungsartefakte können Fehler erkennen, die zuvor nicht oder anders bewertet wurden. 
  • Code-Listen: Mehrere Identifikations- und Währungscodes wurden angepasst. Veraltete Mappings und Stammdaten sollten Sie deshalb prüfen. 
  • Handlungsbedarf: Kontrollieren Sie ERP, Middleware und Peppol-Anbindung im Zusammenspiel, statt sich allein darauf zu verlassen, dass Ihr Provider das Release eingespielt hat. 

Was umfasst das Peppol Release 2026? 

OpenPeppol entwickelt seine Business Interoperability Specifications, kurz BIS, kontinuierlich weiter. Das May-2026-Release wurde am 20. Mai 2026 veröffentlicht und nach einer Übergangsphase am 17. August 2026 verpflichtend. Für Peppol BIS Billing gilt nun Version 3.0.21. Auch weitere Post-Award-Spezifikationen wurden mit Version 3.0.17 aktualisiert.  

Die neuen Versionen legen fest, welche Datenfelder eine Rechnung oder ein anderes Peppol-Dokument enthalten muss, welche Codes zulässig sind und welche Regeln bei der Prüfung des Dokuments gelten. 

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Was ändert sich bei Peppol BIS Billing 3.0.21 im Detail? 

Eine wesentliche Änderung betrifft die Validierungsartefakte für UBL und CII auf Basis der europäischen E-Rechnungsnorm EN 16931. OpenPeppol verwendet mit dem Release die Version 1.3.16 dieser Artefakte. Sie korrigiert verschiedene Prüfungen; zugleich wurden Peppol-Regeln angepasst und Validierungstexte überarbeitet. Eine Rechnung, die technisch bisher durchlief, kann heute an einer korrigierten oder verschärften Prüfung scheitern.  

Hinzu kommen Änderungen an zentralen Code-Listen. In der Electronic Address Scheme List, kurz EAS, wurden 14 Codes entfernt. Außerdem änderte OpenPeppol die ICD-Liste und die ISO-4217-Währungsliste. Unter anderem wurden ANG und BGN entfernt und XCG ergänzt. Unternehmen sollten daher insbesondere hart codierte Werte, ältere Stammdaten und individuelle Mappings prüfen. 

Neu: Billing with Response 

Eine funktionale Neuerung ist das optionale Profil „Billing with Response“. Dabei gehört eine strukturierte Invoice Response zum vorgesehenen Prozessablauf. Der Käufer kann damit den Status einer Rechnung standardisiert zurückmelden. 

Das Profil ist optional und erfordert eine separate Registrierung im Service Metadata Publisher, kurz SMP. Für Unternehmen, die Rückmeldungen zu Rechnungen stärker automatisieren möchten, schafft es einen klar definierten Antwortprozess. 

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Was bedeutet das Release für Unternehmen in Deutschland? 

Das Peppol Release von Mai 2026 bringt keine neuen Deutschland-spezifischen Validierungsregeln. Die bereits bestehenden deutschen Peppol-Regeln gelten jedoch weiterhin, etwa zu Zahlungsinformationen, Verkäuferkontakt und Käuferreferenz, wenn Lieferant und Kunde in Deutschland sitzen. Zusätzlich greifen die aktualisierten allgemeinen Validierungen. 

Ein End-to-End-Test ist deshalb wichtiger als ein reiner Versionscheck. Ein Fehler kann im ERP entstehen, im Mapping auftreten oder erst bei der technischen Validierung sichtbar werden. 

Was sollten Sie jetzt konkret prüfen? 

  1. Prüfen Sie, ob Ihr Access Point beziehungsweise Ihr Peppol-Service-Provider das aktuelle Release produktiv unterstützt.  
  2. Klären Sie mit Ihrem ERP- oder Middleware-Team, welche Schematron-Version und Code-Listen für ausgehende Dokumente verwendet werden. 
  3. Testen Sie typische Belege mit realistischen Daten, vor allem Gutschriften, Steuerbefreiungen, verschiedene Zahlungsarten oder länderspezifische Identifikatoren. 
  4. Werfen Sie einen Blick ins Fehlermonitoring. Häufen sich seit dem 17. August neue Rejections oder Warnungen, sollten Sie nicht nur beim Access Point suchen, sondern auch Datenqualität und Mapping prüfen. 

Wer internationale Peppol-Prozesse betreibt, muss zudem länderspezifische Änderungen beachten. Im May-2026-Release wurden etwa bestimmte dänische Regeln von Warnungen zu fatalen Fehlern hochgestuft. Für niederländische Identifikatoren kamen neue Warnungen hinzu, die in einer späteren Version fatal werden sollen. 

Achtung: Nicht jedes May-Release hat denselben Stichtag 

Der 17. August 2026 gilt für die hier beschriebenen Peppol-BIS-Updates im Post-Award-Bereich sowie für Billing und Self-Billing. Andere Bereiche können abweichende Termine haben. Das May-2026-Release der Peppol-Logistics-Dokumente wurde beispielsweise zum 24. August 2026 verpflichtend. Wenn Sie mehrere Peppol-Domänen nutzen, sollten Sie die jeweiligen Release Notes daher separat betrachten. 

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Fazit: Jetzt zählt die produktive Prüfung 

Das Peppol Release 2026 ist seit dem 17. August produktiver Standard. Auch wenn Provider und Softwareanbieter die technische Aktualisierung übernehmen, sollten Unternehmen ihre Mappings, Stammdaten und Validierungen prüfen und bei Bedarf anpassen. Denn eine kleine Regeländerung kann im Rechnungsprozess schnell zu Rückläufern und manueller Nacharbeit führen. 

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FAQ 

Seit wann ist das Peppol May-2026-Release verpflichtend? 

Für Peppol BIS Billing 3.0.21 und die entsprechenden Post-Award-Aktualisierungen gilt der 17. August 2026 als verpflichtender Nutzungstermin. 

Müssen Unternehmen wegen des Releases selbst aktiv werden? 

Nicht zwingend auf Infrastrukturebene, wenn Ihr Peppol-Service-Provider die Aktualisierung übernimmt. Sie sollten dennoch ERP-Mappings, Stammdaten, Validierungsregeln und Testfälle prüfen, weil Fehler auch in vorgelagerten Systemen entstehen können. 

Was passiert, wenn eine Rechnung die neuen Regeln nicht erfüllt? 

Bei einer fatalen Validierungsverletzung kann die Rechnung abgewiesen werden. Warnungen verhindern die Verarbeitung nicht zwingend, zeigen aber möglichen Anpassungsbedarf an. 

Ist das Peppol Release 2026 nur für E-Rechnungen relevant? 

Nein. Neben Billing betrifft das Release auch weitere Post-Award-Prozesse, etwa Bestellungen und Versandmeldungen. Für einzelne Bereiche wie Peppol Logistics gelten jedoch eigene Release-Zyklen und Stichtage.