SAP Web Services

SAP Web Services unterscheiden sich in ihrem prinzipiellen Aufbau nicht von anderen Webservices. So ist es auch mit den Webservices aus dem Hause SAP möglich, bestimmte Funktionen über Systemgrenzen hinweg aufzurufen.

Die übermittelten Eingabeparameter werden dann vom SAP-System verarbeitet. Das Ergebnis der Verarbeitung wird im Anschluss wiederum an das aufrufende System gesendet. So lassen sich beispielsweise Preisanfragen oder bestimmte Prüfungen schnell und effizient durchführen. Dieses Vorgehen ermöglicht einen einfachen Datenaustausch zwischen Applikationen, die in unterschiedlichen Netzwerken oder auf unterschiedlichen Rechnern stationiert sind, und vermeidet zudem wartungsaufwendige Redundanzen.

Was sind SAP Web Services?

Jeden Tag entstehen unzählige neue Businessanwendungen und Apps, die das Ziel verfolgen, Menschen den Arbeitsalltag zu erleichtern. Um das maximale Potenzial dieser Softwarelösungen zu nutzen, müssen die Applikationen, die sich oftmals in unterschiedlichen Netzwerken befinden, Informationen und Funktionen gemeinsam nutzen können. Für diesen Zweck werden zumeist Webservices verwendet, die ohne menschliche Intervention, über sogenannte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M), Daten miteinander austauschen. Die smarten Services ermöglichen es, über eine definierte Schnittstelle, Funktionen anderer Applikationen aufzurufen. Die Realisierung dieser Webservices erfolgt hierbei innerhalb serviceorientierter Architekturen (SOA). Die Services werden auf verschiedenen Plattformen bereitgestellt, wodurch unterschiedliche Anwendungen die gleichen Services ansprechen können. SAP bietet seinen Kunden die Möglichkeit, eigene Webservices zu erzeugen, um so Informationen mit Fremdsystemen zu teilen. SAP-Anwender können zudem auch bestimmte Funktionen, die in ihren SAP-Systemen vorhanden sind, für andere Systeme nutzbar machen. Doch welche Möglichkeiten bieten SAP Web Services wirklich, wie kompliziert gestaltet sich der Einsatz der Services und wer profitiert am meisten von den smarten Webdiensten?

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Die Webservices im Detail

Webservices gelten bei SAP als eigenständige Softwarekomponente, die von beliebig vielen Anwendungen genutzt werden können. Die Kommunikation zwischen den Applikationen erfolgt hierbei immer automatisch, ohne menschliche Intervention. Daher verfügen die Webservices über keine dezidierte Benutzeroberfläche. Die ausgetauschten Daten basieren vielmehr auf dem standardisierten XML-Format und werden über das Netzwerkprotokoll SOAP (Simple Object Access Protocol) ausgetauscht. Die grundlegenden Standards, wie XML, SOAP, WSDL und UDDI, sind im SAP NetWeaver implementiert.

UDDI

Bei UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) handelt es sich um einen standardisierten Verzeichnisdienst, der über eine SOAP-Schnittstelle verfügt und von Unternehmen wie SAP, IBM oder auch Microsoft zur Verfügung gestellt wird. Kunden haben die Möglichkeit, ihre erstellten Webservices in UDDI-Registries zu publizieren, sofern sie über einen passenden Account verfügen, der auf der Webseite der UDDI-Registry beantragt werden kann.

WSDL

Unter WSDL (Web Services Description Language) versteht man eine Beschreibungssprache für Webservices, die unabhängig von verwendeten Plattformen, Protokollen und Programmiersprachen eingesetzt werden kann. Die Metasprache wurde vom World Wide Web Consortium (W3C) genormt und gilt seither als industrieller Standard.

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Aufbau und Features

Für eine bequeme Nutzung der Webservices setzt SAP auf eine einheitliche Architektur und uniforme Werkzeuge, die Kunden dabei helfen, ihre eigenen Webservices zu erstellen und anzupassen. Als Entwicklungsumgebung kommen das SAP NetWeaver Developer Studio und die ABAP-Entwicklungsumgebung zum Einsatz. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass bereits bestehende EJBs, Java-Klassen, IDOCs, XI Server Proxies, RFCs oder BAPIs eingesetzt werden können, die sich zudem auch erweitern lassen. Bei Bedarf kann die Einrichtung mit der Hilfe des Web Service Creation Wizards vorgenommen werden. Der Einsatz des Wizards bietet hierbei den Vorteil, dass auf vorgefertigte Sicherheitseinstellungen und vordefinierte Profile zurückgegriffen werden kann. Die Erstellung von Webservices über Assistenten hat jedoch auch Grenzen, sodass komplexe und individuelle Anforderungen meist über den klassischen Ansatz gelöst werden müssen. Dieser Ansatz umfasst folgende Schritte:

  • Implementierung der Geschäftslogik
  • Definition virtueller Schnittstellen
  • Definition des Webservices
  • Erstellung und Konfiguration des Webservices
  • Bereitstellung des Webservices

Für jedes neue Webservice wird hierbei eine dezidierte Web-Service-Homepage erstellt, mit welcher das Service getestet werden kann. Die notwendige Dokumentation, die WSDL-Dateien und auch die Client-Proxies können zudem ebenfalls automatisch generiert werden.

Der SOA Manager

Für die effiziente Konfiguration von Webservices stellt SAP den sogenannten SOA Manager zur Verfügung. Das Tool, welches lokal verfügbar ist und über den Transaktionscode SOAMANAGER gestartet werden kann, ermöglicht die einfache Zusammenstellung und Administration von benötigten Consumer-Proxys und Serviceprovidern. Die Kommunikation zwischen dem Service und dem Service-Consumer wird hierbei über den logischen Port des Consumer-Proxys realisiert. Dabei kann der Port Aufrufe immer nur an einen einzigen Service-Endpunkt senden. Im Gegensatz dazu ist es jedoch möglich, dass ein Service-Endpunkt mehrere logische Ports aufruft.

Sicherheit

Die Sicherheit der Webservices ist dank des Einsatzes von SSL (Secure Socket Layer Protocol) gewährleistet. Für die Dokumentensicherheit steht wiederum Standard WS-Security zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass weiterhin neue Standards entwickelt werden, die die Sicherheit in Unternehmen zusätzlich verbessern. Dabei ist SAP auch in unterschiedlichen Gremien aktiv, die sich mit der Standardisierung von Webservice-Technologien beschäftigen. Es ist daher davon auszugehen, dass SAP seinen Kunden Sicherheitsverbesserungen auch zukünftig rasch und adäquat aufbereitet zur Verfügung stellen wird.

Wo werden die Webservices eingesetzt?

Webservices formen starke Synergien zwischen unterschiedlichen Applikationen. Durch die Zusammenarbeit der Systeme kann weitaus mehr erreicht werden als durch die separate Nutzung der Software. Aus diesem Grund versuchen immer mehr Unternehmen, die Kräfte ihrer einzelnen Systeme zu bündeln. Besonders Kunden, die über unterschiedliche Softwarelösungen verfügen oder über Unternehmensgrenzen hinweg Daten austauschen möchten, profitieren daher von den angebotenen Web-Service-Technologien. Dabei lassen sich die Webservices einfach integrieren, sodass nach und nach eine übergreifende Supply Chain aufgebaut werden kann.

Die Stärken

Die Entwicklung von Webservices und Standards schreitet rasch voran. Dabei werden neue Sicherheitsstandards laufend in das SAP Webservice Framework integriert. Durch den Einsatz von Webservices lassen sich die Daten und Funktionen aus dem SAP-System auch in anderen Systemen nutzen. Dadurch können externe Partner sowie übergreifende Geschäftssysteme an das interne SAP-System angebunden werden. Das mächtige Feature bildet somit das Fundament für skalierbare und erweiterbare Business-Lösungen, wobei individuelle Anpassungen flexibel und effizient vorgenommen werden können. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung ein überaus interessanter Aspekt, da es der Ansatz Unternehmen erlaubt, bestehende Geschäftsprozesse mit externen Partnern zu koppeln und komplett neue Workflows unternehmensübergreifend zu erstellen.

Die Schwächen

Der Bearbeitung von Dateien über das XML-Format ist in der Regel rechenintensiv, wobei die einzelnen Dateien je nach Implementierung auch sehr groß werden können. Dies führt zu einer zusätzlichen Beanspruchung vorhandener Ressourcen, wobei je nach Nutzung und Netzwerkauslastung auch Beeinträchtigungen im Bereich der Performance auftreten können. Zusätzlich entsteht durch die vielen Metadaten auch ein gewisser Overhead, der sich ebenfalls nachteilig auf die Performance auswirken kann. Erschwerend kommt hinzu, dass nachträgliche Änderungen eines einmal publizierten Webservices nicht ohne Weiteres möglich sind, da SAP jedes Webservice als fertig entwickelten Baustein betrachtet. Jeder Änderung erfordert daher ein Redeployment der gesamten Anwendung. Dieses Vorgehen ist besonders bei komplexen Projekten oftmals mit erheblichem Ressourcenaufwand verbunden.

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Fazit

Webservices sind wichtige Bestandteile moderner Softwarearchitekturen und werden besonders im service-orientierten Bereich genutzt. Der Einsatz von SAP Web-Service-Technologien ist hierbei ein einfacher und sicherer Weg, notwendige Funktionen und Daten mit anderen Systemen, die auf beliebigen Webservern liegen, zu teilen. Dabei sind standardisierte Webservices in einer Welt, die immer stärker auf Konnektivität setzt, sicherlich einer der wichtigsten Bausteine moderner Softwarearchitekturen. Dank des flexiblen Aufbaus lassen sich einzelne Webservices zudem einfach kombinieren und bei Bedarf erweitern. So ist es möglich, übergreifende und zukunftssichere Lösungen zu erstellen, die für mehr Effizienz innerhalb des Gesamtsystems sorgen.


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