Seitenumbrüche bei Adobe Forms
Seitenumbrüche in Adobe Forms Formularen sind aus meiner Sicht ein oft unterschätztes Thema. Gerade bei Adobe Forms werden dem Anwender eine Menge Möglichkeiten gegeben, wie der Inhalt eines Formulars sich auf den verschiedenen Masterseiten entfaltet. In diesem Blogbeitrag will ich Ihnen zum einen die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten bei Seitenumbrüchen erklären und zum anderen noch auf die praktische Anwendung von bedingten Seitenumbrüchen mit einem Beispiel eingehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Seitenumbrüche sind ein zentrales Thema bei Adobe Forms und sollten beim Formulardesign von Anfang an mitgedacht werden, um Probleme zu umgehen.
- Die richtigen Einstellungen entscheiden über das Layout, vor allem bei dynamischen Inhalten, Texten und Tabellen.
- Über die Paginierung lässt sich gezielt steuern, wie Inhalte auf mehrere Seiten verteilt werden.
- Sauber konfigurierte Seitenumbrüche verbessern die Formularqualität und vermeiden Darstellungsfehler im fertigen Dokument.
Aus eigener Erfahrung kenne ich die Herausforderungen bei der Arbeit mit Formularen nur zu gut. Häufig verhalten sich Texte am Ende von Seiten „komisch“, brechen falsch um oder laufen über den Footer hinaus. Auch Tabellen sind dabei immer ein heikles Thema: Wie verhält sich eine Tabelle über zwei oder mehr Seiten? Soll auf jeder neuen Seite der Tabellenkopf zu sehen sein? Soll eine Tabellenzeile immer nur als Ganzes umbrechen? Häufig machen einem zu simple Testdaten das Leben schwer, da beispielsweise Testbelege nur eine Position haben, um zu sehen, „ob das Formular überhaupt rauskommt“. Das birgt immer die Gefahr, dass es im Formular gar nicht zum Seitenumbruch kommt und das Verhalten keine Beachtung findet.
Zentrale Einstellungen in Adobe Forms
Die prominenteste Schaltfläche zum Thema Seitenbrüche im Adobe LiveCycle Designer ist sicherlich Seitenumbrüche im Inhalt zulassen im Reiter Objekt.
Dieser findet häufig keine Beachtung bei der Erstellung eines Layouts. Dies hat zur Folge, dass Elemente falsch oder unerwartet umbrechen. Meine Empfehlung für diese Schaltfläche: Prinzipiell sollte sie immer angehakt sein, außer für Elemente (Textfelder, Teilformulare) die bei einem Seitenumbruch nicht getrennt werden sollen.
Häufige Fehlverhalten entstehen dadurch, dass schon für die Designseite der Seitenumbruch “verboten” wird. Allgemein sollte auch immer nur das spätmöglichste Element den Seitenumbruch verhindern. Das heißt, das Element, welches am weitesten unten in der Hierarchie des Designers steht. Damit gewährleisten Sie, dass umschließende Teilformulare korrekt den Seitenumbruch durchführen.
Der Reiter Paginierung
Für Teilformulare und Tabellen werden die Möglichkeiten, den Seitenumbruch zu gestalten, noch komplexer. Für Teilformulare (die ab hier als Beispiel stehen sollen) kann vorgegeben werden, wo es platziert werden soll. Somit können Sie vorgeben, auf welcher Designseite oder auf welchem Inhaltsbereich sich das Teilformular starten soll. Außerdem kann auch angegeben werden, ob ein Umbruch nach dem Teilformular passieren soll und wohin das nachfolgende Element springen soll.
Einstellungsmöglichkeiten
Im Folgenden will ich nochmal im Detail die Einstellungsmöglichkeiten im Reiter Paginierung erklären:
- Platzieren: Hier können Sie den Beginnpunkt für Ihr Teilformular auswählen. Standardmäßig platziert sich ein Teilformular unmittelbar nach seinem Vorgänger in der Hierarchie. Wenn gewünscht, kann das Teilformular aber auch zu Beginn einer Seite oder eines Inhaltsbereiches Ihrer Wahl beginnen.
- Nach: Hierbei können sie definieren, was nach der Darstellung des Teilformulars geschehen soll. Sie beschreiben damit das Verhalten des nächsten Elements in der Hierarchie, also des nächsten anzuzeigenden Elements. Auch hier wird standardmäßig vorgegeben, dass es nahtlos weitergehen soll. Genauso können Sie aber einstellen, dass nach dem Teilformular auf eine neue Masterseite oder einen anderen Inhaltsbereich umgebrochen werden soll.
- Bedingte Umbrüche: Sollten Ihnen die Punkte 1 und 2 nicht weiterhelfen bei Ihren Formatierungswünschen, können hier Umbrüche mit Logik und Abhängigkeiten definiert werden. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Überlauf: Haben Sie eine Tabelle oder ein Teilformular, das oft sehr groß wird und immer im gleichen Inhaltsbereich angezeigt werden muss? Dann sind Sie bei dieser Einstellung genau richtig. Hier geben Sie für das Teilformular an, wohin es umbrechen soll, wenn es das Ende eines Inhaltsbereiches, also das Ende der Seite, erreicht. Ähnlich wie bei den Punkten 1 und 2 können Sie hier Masterseiten, Inhaltsbereiche oder einfach die Folgeseite auswählen.
- Überlaufkopfbereich: Sie wollen, dass der Kopf Ihrer Tabelle auf jeder Seite mit Tabelleninhalt erscheint? Dann müssen Sie hier nur das entsprechende Teilformular auswählen, welches den Tabellenkopf enthält. Für dieses ausgewählte Teilformular existieren noch besondere Bedingungen, die beachtet werden müssen. Mehr dazu finden Sie in diesem Blogartikel meines Kollegen.
- Überlauffußbereich: Dieselbe Einstellungsmöglichkeit wie für den Kopf der Tabelle, nur für die Fußzeile. Besonders wichtig, wenn beispielsweise Zwischensummen angezeigt werden sollen.


Praxisbeispiel für Paginierung
Erst vor ein paar Wochen hatte ich die Möglichkeit von diesem mächtigen Werkzeug der Paginierung Gebrauch zu machen. Die Anforderung war ein Dokument, welches Informationen sowohl im Hoch- als auch im Querformat drucken sollte. Einerseits Deckblattdaten zu Beginn im Hochformat und anschließend eine Tabelle mit vielen Feldern im Querformat. Dabei war die Herausforderung, dass die Informationen auf der Hochformat-Seite über mehr als eine Seite reichen können und dabei nicht auf die Querseite umbrechen sollten.
Die Lösung war durch die gegebenen Einstellungsmöglichkeiten der Paginierung denkbar simpel: Ich erstelle zunächst zwei Masterseiten, eine im Hoch- und eine im Querformat. Beide bekamen einen entsprechenden Inhaltsbereich, in dem sich die Inhalte dynamisch ausbreiten konnten. Passend dazu erstellte ich zwei Designseiten: Eine für die Informationen zum Deckblatt und die andere für die Tabelle auf der Querformatseite.
Nun musste ich die entsprechenden Designseiten nur korrekt platzieren und deren Überlauf steuern. Das erreichte ich durch das Auswählen der entsprechenden Inhaltsbereiche unter Platzieren und Überlauf. Am Ende musste ich nur darauf achten, dass beide Masterseiten mehr als einmal auftreten können und die Anforderung war erfolgreich umgesetzt.
Bedingte Seitenumbrüche
In wenigen Fällen reichen die eben vorgestellten Platzierungsmöglichkeiten nicht aus. In den meisten dieser Fälle helfen bedingte Seitenumbrüche in Adobe Forms weiter. Einer der häufigsten Anwendungsfälle ist folgender: Es liegt eine Tabelle mit vielen Positionen und Informationen vor. Für jede Tabellenzeile soll dann im Formular eine eigene Seite entstehen. Nun könnten Sie mit dem erlernten Wissen aus dem vorherigen Abschnitt sagen, dass wir mit der Paginierungseigenschaft Nach den Umbruch nach jeder Position der Tabelle im Layout erzwingen können. Dies funktioniert auch gut, bis auf das Problem, dass er dadurch immer eine leere Seite ans Ende setzt, da das Layout auch ohne nachfolgende Position den Umbruch erzwingt und eine leere Seite generiert.
Für dieses Problem helfen uns bedingte Umbrüche. Mit ihnen können wir (wie vom Scripting gewohnt) abhängig von komplexer Logik Seitenumbrüche erschaffen. Dabei hilft uns der LiveCycle Designer auch etwas, da er schon mit vielen Voreinstellungen ausgeliefert wird. Bleiben wir also bei unserem Beispiel mit den Tabellenzeilen, die jeweils ihre eigene Seite benötigen. Wir wählen dazu die Tabellenzeile in der Hierarchie aus und navigieren über den Reiter Paginierung zum Button Bearbeiten… unter Bedingte Umbrüche:
Anschließend erscheint ein kleines Editorfenster. Hier wird schnell klar, warum ich zuvor Scripting erwähnt habe. Der Editor hilft uns dabei ein entsprechendes Scripting anzufertigen. Für unser Beispiel implementieren wir folgende Logik:
Das hier zu sehende Scripting bewirkt, dass bei jedem Umbruch geschaut wird, ob noch eine weitere Tabellenzeile danach folgt. Durch den instanceManager wird gezählt, wie viele Elemente die Tabelle hat und mit dem aktuellen Index der Position verglichen. Anschließend gebe ich über die Schaltfläche Nach und die Auswahl Bei: Anfang der Seite”…” vor, was nach dem Teilformular, also der Tabellenzeile, passieren soll: Umbruch auf die nächste Seite. Zusätzlich können hier auch noch die Kopf- und Fußbereiche entsprechend angezeigt werden, so wie aus dem Reiter Paginierung bereits bekannt.
Fazit
Ihrer Fantasie sind bei den bedingten Umbrüchen keine Grenzen gesetzt. Hier können auch einzelne Werte einer Tabellenzeile ausgelesen werden und der Umbruch danach erfolgen. Was auch immer Sie scripten können, jetzt können Sie damit auch bedingte Seitenumbrüche in Adobe Forms erzeugen.
Ich hoffe dieser Beitrag hilft Ihnen bei Ihrer Arbeit mit Adobe Forms weiter. Sollten Sie noch Fragen zum Thema Seitenumbrüche in Adobe Forms haben oder Anmerkungen zu den hier besprochenen Inhalten, dann lassen Sie mir gern einen Kommentar da oder kontaktieren Sie mich direkt per Mail oder Telefon. Ich freue mich immer von Ihnen zu hören und Ihnen bei allen Formularfragen zur Seite zu stehen.
Dieser Artikel erschien bereits im November 2019. Der Artikel wurde am 31.03.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.
FAQ
1. Warum sind Seitenumbrüche in Adobe Forms so wichtig?
Seitenumbrüche sind entscheidend für ein sauberes und fehlerfreies Formularlayout. Vor allem bei dynamischen Inhalten, langen Texten und Tabellen bestimmen sie, wie Inhalte über mehrere Seiten verteilt werden und helfen, Darstellungsprobleme zu vermeiden.
2. Was kann ich über den Reiter „Paginierung“ steuern?
Im Reiter Paginierung lässt sich festlegen, wo ein Teilformular beginnt, was danach passieren soll und wohin Inhalte bei Überlauf umbrechen. Außerdem können dort Kopf- und Fußbereiche für Tabellen definiert werden, damit diese auf Folgeseiten erneut angezeigt werden.
3. Wann brauche ich bedingte Seitenumbrüche?
Bedingte Seitenumbrüche sind dann sinnvoll, wenn normale Paginierungseinstellungen nicht ausreichen. Ein typischer Fall ist eine Tabelle, bei der jede Zeile auf einer eigenen Seite erscheinen soll, ohne dass am Ende eine leere Zusatzseite erzeugt wird. Mit einer Logik im LiveCycle Designer lässt sich der Umbruch gezielt nur dann auslösen, wenn noch weitere Inhalte folgen.












