Eric Treisbach
13. Juli 2026

SAP S/4HANA Output Management: NAST im Kontext

Mit BRFplus bringt die SAP ein System zum Management der Geschäftsregeln auf den Markt.

SAP S/4HANA Output Management ist heute der zentrale Rahmen für die Ausgabesteuerung in SAP. In vielen Unternehmen bleibt die klassische Nachrichtensteuerung dennoch relevant. In Bestandsprozessen, bei Brownfield-Transformationen und in hybriden Landschaften. Dieser Beitrag stellt die neue Lösung vor, ordnet die Rolle von NAST in diesem Kontext ein und erklärt, wie BRF+ als Bestandteil des modernen Output Managements zu verstehen ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • SAP S/4HANA Output Management ist der moderne Ansatz für die Steuerung von Ausgaben, Formularen und Kommunikationskanälen. Regeln, Verarbeitung und Formularausgabe werden dabei stärker voneinander getrennt.
  • NAST bleibt in vielen bestehenden SAP-Landschaften relevant, ist aber nicht der strategische Zielrahmen für neue S/4HANA-Prozesse.
  • BRF+ ist ein wichtiger Bestandteil des neuen Output Managements, aber nicht mit dem gesamten Konzept gleichzusetzen.

SAPs neue Ausgabelogik

SAP S/4HANA Output Management verfolgt einen stärker standardisierten Ansatz für die Steuerung von Ausgaben, Formularen und Kommunikationskanälen als frühere Technologien. Statt Ausgabelogik in vielen einzelnen Customizing- und Prozessschritten zu verteilen, werden Regeln und Verarbeitung klar voneinander getrennt. BRF+ übernimmt dabei die regelbasierte Ermittlung der Output-Parameter.
Unternehmen können ihre Ausgabesteuerung mit dem neuen Ansatz vereinheitlichen, transparenter machen und auch stärker an neue S/4HANA-Prozesse anpassen.

Je nach Deployment-Modell, Geschäftsobjekt und Release-Stand kann SAP S/4HANA Output Management unterschiedlich ausgeprägt sein. In Cloud-Szenarien ist der Ansatz oft stark standardisiert, in On-Premise-Landschaften existiert dagegen oft die klassische Nachrichtensteuerung parallel weiter.

Sie erhalten in dieser Schulung eine Einführung in die Nachrichtensteuerung und lernen, wie Sie diese erfolgreich in Ihrem Unternehmen einsetzen.

Exkurs: Die alte Welt von Nachrichtensteuerung, NAST und SPRO

Die klassische SAP-Nachrichtensteuerung basiert in vielen Anwendungen auf der Tabelle NAST sowie auf anwendungsspezifischem Customizing. Historisch ist dieser Ansatz eng mit den gewachsenen ERP-Prozessen von SAP verbunden.

Die Konfiguration erfolgt über verschiedene Customizing-Bereiche, die häufig über die Transaktion SPRO erreichbar sind. SPRO ist dabei ein zentraler Einstiegspunkt, aber nur ein Teil der größeren Konfigurationslandschaft. Je nach Anwendung, Formulartechnologie und Branche sind die relevanten Einstellungen auf unterschiedliche Bereiche verteilt.

In vielen Unternehmen ist die klassische Nachrichtensteuerung weiterhin produktiv im Einsatz, zum Beispiel nach Brownfield-Conversions oder in hybriden S/4HANA-Landschaften. SAP hat seine Strategie jedoch klar auf S/4HANA und damit das S/4HANA Output Management gelegt, sodass Weiterentwicklungen auf dieses Konzept fokussiert werden.

Abbildung 1: Die berühmte Übersichtlichkeit SPRO am Beispiel „Mahnformulare“

SAP S/4HANA Output Management und BRF+

Mit SAP S/4HANA verfolgt SAP einen stärker standardisierten Ansatz für die Ausgabesteuerung. Ziel ist es, Regeldefinition, Output-Ermittlung, Verarbeitung und Formularausgabe klarer voneinander zu trennen.

BRF+ ist ein wichtiger Bestandteil des SAP S/4HANA Output Managements. Es wird vor allem für die regelbasierte Ermittlung von Output-Parametern eingesetzt, beispielsweise, welche Ausgabe erzeugt wird, welcher Kanal genutzt wird oder welche Empfängerlogik greift. Weil es häufig zu Missverständnissen kommt, sei es an dieser Stelle klar gesagt: BRF+ ist ein Werkzeug innerhalb des Output Managements, nicht die Bezeichnung für das neue SAP Output Management selbst.

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Abbildung 2: Logo BRF+Hybride Szenarien

In der Praxis arbeiten viele Unternehmen zurzeit in hybriden Szenarien. Neue S/4HANA-Prozesse laufen bereits über das moderne Output Management, andere Belege oder Fachbereiche werden noch klassisch über NAST gesteuert. Das ist ein typischer Zustand in einer längeren Transformationsphase, wie wir sie derzeit erleben.

Umso wichtiger ist es, frühzeitig ein Zielbild für die einzelnen Geschäftsprozesse zu definieren. Für jeden Prozess sollte bewusst entschieden werden, ob er kurzfristig auf das S/4HANA Output Management migriert, vorübergehend parallel betrieben oder zunächst weiterhin über NAST abgewickelt wird. So entsteht Planungssicherheit und verhindern Unternehmen, dass Übergangslösungen dauerhaft bestehen. Migrationsprojekte können effektiver priorisiert werden, sodass der Pflegeaufwand perspektivisch sinkt und die Steuerung der Dokumentenausgabe über alle Prozesse hinweg konsistent abläuft.

Abbildung 4: Determination step/ Example

Abbildung 4: Determination step/ Example

 

Abbildung 5: Output Parameter Determination

Abbildung 5: Output Parameter Determination

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Fazit

SAP S/4HANA Output Management ist heute der fachliche Mittelpunkt, wenn es um moderne Ausgabesteuerung in SAP geht. NAST bleibt in vielen Bestands- und On-Premise-Szenarien weiter relevant. SAP S/4HANA Output Management bildet mit BRF+ als wichtigem Baustein allerdings die moderne Zielarchitektur. Für Unternehmen ist jetzt wichtig, eine Roadmap für Output Management zu definieren. Je nach Landschaft können die nächsten Schritte ein Parallelbetrieb, eine selektive Migration oder eine konsequente Umstellung auf S/4HANA Output Management sein.

SAP S/4HANA Output Management: Der neue Rahmen und die Rolle von NAST

Eric Treisbach

Haben Sie Fragen zu dem Thema? In einer kostenlosen Websession berate ich Sie gerne. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Dieser Artikel wurde bereits im Mai 2021 veröffentlicht und am 13. Juli 2026 mit leichten Anpassungen aktualisiert.

FAQ

1) Welche Rolle spielen NAST und BRF+ im SAP S/4HANA Output Management?

NAST ist die klassische Nachrichtensteuerung und bleibt in vielen Bestandsprozessen relevant. BRF+ ist ein Regelwerk innerhalb des SAP S/4HANA Output Managements und dient der regelbasierten Ermittlung von Output-Parametern. Beide gehören zu unterschiedlichen Generationen der Ausgabesteuerung, werden in der Praxis aber oft gemeinsam betrachtet.

2) Warum koexistieren NAST und SAP S/4HANA Output Management in vielen Unternehmen?

Viele Unternehmen arbeiten während ihrer Transformation mit einer Mischung aus neuen und bestehenden Prozessen. Während einzelne Anwendungen bereits über SAP S/4HANA Output Management laufen, nutzen andere noch NAST. Diese Koexistenz ist besonders in Brownfield- und schrittweisen Migrationsszenarien üblich.

3) Wann spricht mehr für SAP S/4HANA Output Management?

SAP S/4HANA Output Management ist die strategische Weiterentwicklung der klassischen Nachrichtensteuerung und bildet die Zielarchitektur für die Ausgabesteuerung in S/4HANA. Unternehmen, die zu S/4HANA wechseln oder bereits migriert sind, sollten daher prüfen, welche Prozesse sich auf das neue Output Management umstellen lassen. So richten sie ihre Ausgabesteuerung an der langfristigen SAP-Strategie aus.

 




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