Im MM- und SD-Bereich ist die Nachrichtensteuerung tief verwurzelt. Sie bestimmt, welche Formulare und Nachrichten wann auf welche Weise erzeugt und an wen geschickt werden. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, welche Möglichkeiten die Nachrichtensteuerung in Bezug auf Nachrichtenarten bietet und auf welche Besonderheiten Sie achten sollten. Dabei ergänze ich die klassischen Methoden mit den neuen Möglichkeiten der Ausgabesteuerung mit BRF+ (Business Rule Framework plus).

Das Wichtigste im Überblick

  • Klassische Nachrichtensteuerung: In SAP MM und SD steuert NACE, welche Nachrichten, Formulare und Ausgabemedien in welchen Geschäftsvorfällen verwendet werden.
  • Nachrichtenarten: Über Nachrichtenarten legen Sie unter anderem Druckprogramme, Formulare, Verarbeitungsroutinen und Konditionszugriffe fest.
  • BRF+: Im S/4HANA Output Management übernimmt BRF+ eine zentrale Rolle bei der regelbasierten Ermittlung von Ausgabeparametern.
  • S/4HANA: In SAP S/4HANA sollten Unternehmen prüfen, ob sie bestehende NAST-Szenarien weiter nutzen oder neue Ausgaben über das moderne Output Management abbilden.

Nachrichtenarten anpassen am Beispiel des Lieferscheins

Um eine Nachricht anzupassen, genügt in der Nachrichtensteuerung ein Aufruf der Übersichtstransaktion “NACE”. In dieser können Sie alle Einstellungen im Rahmen der Nachrichtensteuerung im SAP-MM und SD-Bereich treffen. Auch alle Verweise aus dem Customizing-IMG Pfad der SPRO landen hier.

Nachrichtenarten

Abbildung 1: NACE Einstiegsbild

Die Transaktion ist in 4 Knöpfe zum Springen in die Unterkategorien und eine Liste mit Applikationen aufgeteilt. Um den Lieferscheindruck zu manipulieren, markieren Sie nun den Punkt V2 – Versand in der Liste und klicken auf Nachrichtenarten.

Abbildung 2: Lieferschein auswählen

Abbildung 2: Lieferschein auswählen

Druckprogramm und Formular der Nachrichtenart zuordnen

Verarbeitungsroutinen

Hier ist auch schon der Lieferschein zu finden. Markiert man die Zeile mit dem Eintrag und klickt auf Verarbeitungsroutinen, kommt man direkt ans Ziel:

Abbildung 3: Sicht "Verarbeitungsroutine" ändern

Abbildung 3: Sicht “Verarbeitungsroutine” ändern

In der folgenden Maske können Sie erkennen, dass das Druckprogramm für das Formular RLE_DELNOTE heißt und als Erstes in die Formroutine ENTRY springt. Das Formular als SAP-Script Version heißt RVDELNOTE und als Adobe Forms bzw. Smartforms-Version LE_SHP_DELNOTE.

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Die Formulartechnologie des Formulars hängt vom Druckprogramm ab. Den genauen Formulartyp müssen Sie dann noch in der Spalte “Art” auswählen (Für Smartforms oder Adobe Forms = “PDF”).

Nachrichtenarten ändern

Jetzt kann man noch weitere Einstellungen zu der Nachrichtenart vornehmen, indem man links auf Nachrichtenarten klickt oder in der vorherigen Liste doppelt auf LD00 klickt:

Abbildung 4: Sicht "Nachrichtenarten" ändern

Abbildung 4: Sicht “Nachrichtenarten” ändern

Die wichtigsten Einstellungen befinden sich direkt auf der Startseite der Nachrichtenart; hier können Sie die Zugriffsfolge für die Konditionen angeben und den Konditionszugriff überhaupt erst aktivieren.

Über die Zugriffsfolge legen Sie fest, mit welchen Konditionstabellen Sie im Rahmen der Nachrichtensteuerung auf die Konditionssätze zugreifen, die Reihenfolge dieser Konditionstabellen und mit welchen Feldinhalten Sie diese lesen.

Weitere Einstellmöglichkeiten der Nachrichtenarten

Unter den Reitern finden Sie noch mehrere Einstellmöglichkeiten, z. B. Vorgabewerte, wenn Sie diese Nachricht auswählen, wie Sie sie archivieren und andere Einstellungen zum Verhalten beim Versand per E-Mail.

Mehrfach ist es möglich, wie in obigem Bild z. B. eigene Programme in der Nachrichtenart zu hinterlegen. Im ersten Fall Änderungsnachricht geht es darum, bei Änderungen der Daten zu prüfen, ob Sie eine neue Nachricht anstoßen sollen. Hier können Sie aber auch in der SPRO im Standard viel auswählen. Beachten Sie, dass Sie für Änderungsnachrichten das Kennzeichen Mehrfachversendung müssen, sonst ist erneutes Senden nicht möglich.

Das Programm zur Ersetzung der Textsymbole in der Nachrichtenart erfasst Variablen zum Einbau in E-Mail- oder Fax-Titel. Beispiel: Im Titel der zugehörigen Nachrichtenart steht der Ausdruck “Bestellung Nr. BELNR am SY-DATUM”. BELNR wird durch dieses Programm ermittelt, während SY-DATUM als Systemfeld zur Laufzeit schon bekannt ist.

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Implementierung der Ausgabesteuerung mit BRF+

BRF+ (Business Rule Framework plus) ist ein leistungsfähiges Framework zur Verwaltung von Geschäftsregeln in SAP. Im Kontext von SAP S/4HANA spielt BRF+ vor allem im neuen Output Management eine wichtige Rolle. Dort steuert es regelbasiert, welche Ausgabeparameter für ein Dokument gelten, etwa Empfänger, Ausgabekanal, Formularvorlage oder Versandzeitpunkt.

Wichtig ist die Abgrenzung zur klassischen Nachrichtensteuerung: In NACE arbeiten Sie mit Nachrichtenarten, Konditionstechnik und Verarbeitungsroutinen. Im S/4HANA Output Management pflegen Sie Ausgabeparameter dagegen häufig über Fiori-Apps wie „Output Parameter Determination“. BRF+ bildet dabei die technische Regelbasis im Hintergrund. Unternehmen sollten daher nicht pauschal von einer 1:1-Migration von NACE nach BRF+ ausgehen. Sinnvoller ist eine Prozessanalyse: Welche bestehenden Ausgaben bleiben stabil in NACE? Welche neuen oder modernisierten Ausgaben sollten über das S/4HANA Output Management laufen?

Vergleich zu NACE

Im Vergleich zur klassischen Nachrichtensteuerung über NACE bietet das S/4HANA Output Management eine modernere, stärker regelbasierte Steuerung. Besonders bei neuen S/4HANA-Prozessen kann dieser Ansatz Vorteile bringen, weil Empfänger, Kanäle und Formularvorlagen zentraler gepflegt werden. NACE bleibt jedoch in vielen Bestandsprozessen relevant. Gerade tief integrierte MM- und SD-Szenarien lassen sich nicht immer sinnvoll oder notwendig auf das neue Framework umstellen. Die Entscheidung hängt daher vom jeweiligen Prozess, Systemtyp und Zielbild ab.

Best Practices und Fallbeispiele

Erfolgreiche Implementierungen der Ausgabesteuerung mit BRF+ zeigen, dass SAP-Administratoren die Effizienz der Nachrichtensteuerung dadurch erheblich verbessern. Ein Praxisbeispiel zeigt, wie ein Unternehmen durch den Einsatz von BRF+ die Automatisierung seiner Nachrichtenprozesse optimieren konnte. Durch die flexible Anpassung und Verwaltung von Regeln konnte das SAP-System die Reaktionszeiten verkürzen und die Genauigkeit der versendeten Dokumente erhöhen.

Praxis-Tipp: Nutzen Sie die Simulationsfunktionen von BRF+, um die Performance Ihrer Regeln zu testen und zu optimieren. Strukturieren Sie Ihre Regeln logisch und modular, um die Wartung und Anpassung zu erleichtern. Durch die Verwendung von Unterregeln und Modulen können Sie komplexe Regelwerke effizient verwalten und schnell auf Änderungen reagieren.

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Output Management in S/4HANA

Mit der Einführung von SAP S/4HANA gewinnt das neue Output Management an Bedeutung. In der Cloud-Edition ist es verpflichtend, da es dort das einzige verfügbare Framework für die Dokumentenausgabe ist. In der On-Premises-Variante können Sie selbst entscheiden, ob Sie das neue Framework nutzen oder weiterhin auf die klassische Nachrichtensteuerung oder BRF+ setzen. SAP empfiehlt, bestehende Lösungen beizubehalten, solange sie Ihren Anforderungen genügen.

Dennoch lohnt sich die Einführung des neuen Output Managements, da viele neue Anwendungen in S/4HANA dieses Framework bereits voraussetzen. Außerdem bietet die native Integration von Fiori ein Plus an Benutzerfreundlichkeit. Langfristig sollte man sich daher mit dem neuen Ansatz vertraut machen, auch wenn die klassischen Frameworks aktuell noch unterstützt werden.

Fazit: Nachrichtensteuerung gezielt modernisieren

Die klassische Nachrichtensteuerung über NACE bleibt in vielen MM- und SD-Prozessen relevant. Gleichzeitig gewinnt das S/4HANA Output Management mit BRF+-basierter Regelermittlung weiter an Bedeutung – vor allem bei neuen S/4HANA-Prozessen und Cloud-Szenarien. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage „NACE oder BRF+?“, sondern: Welche Ausgabestrategie passt zu Ihrem System, Ihren Prozessen und Ihrer Roadmap? Wer bestehende Nachrichtenarten sauber bewertet und neue Anforderungen gezielt im modernen Output Management abbildet, reduziert Komplexität und schafft eine zukunftsfähige Grundlage für Formular- und Nachrichtenprozesse.

Sie möchten Ihre Nachrichtensteuerung oder Ihr S/4HANA Output Management prüfen? Dann unterstützen wir Sie gerne bei Analyse, Zielbild, Customizing und Umsetzung. Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Expertengespräch.

Dieser Artikel wurde bereits im März 2015 veröffentlicht und am 29. Mai 2026 mit leichten Anpassungen aktualisiert.

Weitere Informationen

FAQ

Was ist die Nachrichtensteuerung in SAP?

Die Nachrichtensteuerung legt fest, welche Nachrichten, Formulare oder Dokumente in SAP erzeugt und ausgegeben werden. Dazu gehören zum Beispiel Lieferscheine, Bestellungen, Rechnungen oder E-Mails. In klassischen MM- und SD-Prozessen erfolgt die Pflege häufig über NACE.

Was sind Nachrichtenarten in SAP?

Nachrichtenarten definieren, welche Ausgabe in einem bestimmten Geschäftsprozess erzeugt wird. Sie steuern unter anderem Druckprogramm, Formular, Verarbeitungsroutine, Ausgabemedium und Konditionszugriff. Ein Beispiel ist die Nachrichtenart für den Lieferscheindruck.

Welche Rolle spielt BRF+ im S/4HANA Output Management?

BRF+ dient im S/4HANA Output Management als Regelbasis für die Ausgabeparameter. Damit lassen sich zum Beispiel Empfänger, Versandkanal, Formularvorlage oder Versandzeitpunkt regelbasiert ermitteln. BRF+ ersetzt NACE jedoch nicht automatisch in jedem bestehenden Prozess.

Ist NACE in SAP S/4HANA noch relevant?

Ja, NACE kann in vielen Bestandsprozessen weiterhin relevant sein, besonders in klassischen MM- und SD-Szenarien. Unternehmen sollten jedoch prüfen, welche Ausgaben sie langfristig über das moderne S/4HANA Output Management abbilden möchten.

Wann lohnt sich der Umstieg auf S/4HANA Output Management?

Der Umstieg lohnt sich vor allem bei neuen S/4HANA-Prozessen, Cloud-Szenarien oder wenn Unternehmen ihre Ausgabeprozesse stärker regelbasiert, Fiori-nah und zukunftssicher steuern möchten. Bestehende funktionierende NACE-Szenarien müssen aber nicht zwingend sofort ersetzt werden.