Alex Wiefel
24. Mai 2022

Roadmap-Update Adobe Forms

Adobe Forms Update

Mit dem anstehenden Wartungsende für SAP Netweaver 2027 kommt auch Unruhe in die Gemeinschaft der Adobe-Forms-Nutzer. Für Kunden der Adobe basierten SAP Formulare stehen Umstellungen an, die sowohl Kosten als auch Architektur betreffen.

Das Ende von Adobe Forms On-Premise

SAP bietet nur noch bis Ende 2027 Wartung für seinen SAP NetWeaver Application Server Java an. Dabei läuft selbst bei Nutzung der neuesten SAP S/4HANA Version auf dem separaten Netweaver AS Java immer noch eine für viele wichtige Komponente: die SAP Interactive Forms by Adobe besser bekannt als Adobe Document Service (ADS).

Als Nachfolger für die Generierung von Adobe Formularen wird der SAP Forms Service by Adobe empfohlen, ein Cloud-Dienst auf der Business Technology Platform. Wer also weiter Formulare nach 2027 (bzw. gegen Aufpreis für die Extended Maintenance 2030) nutzen möchte, muss auf die Cloud umsteigen.

Welche Vor- und Nachteile bieten SAPscript, Smart Forms und Adobe Forms? Und welche ist am geeignetsten für Ihr Unternehmen?

Pay per Use in der Cloud

Aktuell sind alle Druckformulare über den ADS On-Premise kostenfrei. Ausgenommen sind hier interaktive Formulare, welche zusätzliche Lizenzkosten erzeugen.

Wird zukünftig der ADS in der Cloud genutzt, fallen volumenbasierte Kosten an. Es müssen zusätzlich sogenannte “Request”-Pakete gekauft werden. Ein “billable request” enthält fünf Seiten. Bei Formularen, welche beispielsweise einen Umfang von sechs Seiten haben, werden direkt zwei billable requests benötigt.

Wichtig hierbei zu wissen ist, dass “requests” auch bei einer Vorschau/Preview zählen und nicht abhängig von Systemen sind. Diese Systemunabhängigkeit hat zur Folge, dass zum Beispiel auch requests von Entwicklungssystemen darüber abgerechnet werden.

Die SAP empfiehlt hier, über die ohnehin strategisch bevorzugte Cloud Foundry anstatt über die Neo-Umgebung zu gehen. Denn in der Cloud Foundry wird Nutzern die Möglichkeit angeboten, kleinere Pakete von requests zu erwerben.

Kein Adobe Experience Manager

Der Adobe LiveCycle Designer (ALD) war das von Adobe veröffentlichte, und von der SAP offiziell empfohlene Werkzeug zum Bearbeiten von Formularen. Eigentlich gibt es mittlerweile von Adobe den Nachfolge Adobe Experience Manager (AEM). Doch ein Umstieg von SAP von ALD auf den AEM wird als zu massive Umstellung eingeschätzt und wird derzeit deshalb nicht geplant.

Der LiveCycle Designer wird weiterhin Updates erhalten und somit das Tool zum Bearbeiten von Layouts bleiben. Da mobile, interaktive Formulare weiterhin nicht vom ALD unterstützt werden, empfiehlt sich hier der Gebrauch von SAP Fiori UI.

Adobe Fragments: Ja, aber nur eine Lage

Mit Fragments kann man ein Formular mit anderen Formularen kombinieren, ähnlich wie bei einer PowerPoint Masterfolie. In der neuen Ausgabesteuerung der S/4HANA funktioniert das ebenfalls.

Original ist es bei Adobe sogar möglich, mehr als ein anderes Fragment zu nutzen. Nur wird diese Funktion von SAP leider nicht unterstützt.

Cloud-Pläne sorgen für Gegenwind

Die SAP erntet mit den umfangreichen Cloud-Plänen wenig überraschend nicht nur Fans, gerade mit hohem Formular-Output. Nicht nur die Kosten durch die Abrechnung pro Ausdruck sind ein Knackpunkt. Hinzu kommt, dass immer noch einige Unternehmen aus Sicherheits- und Compliance-Gründen lieber On-Premise bleiben wollen. In der Anwendergemeinschaft DSAG wurde daher eine Petition gestartet: Zur Petition (nur für DSAG-Mitglieder)

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Alex Wiefel

Alex Wiefel

Mein Name ist Alex Wiefel und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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